301-Weiterleitung oder 302? Welche du nimmst und was Google folgt
Kurzantwort: Eine 301-Weiterleitung (oder ihr Zwilling 308) gehört dorthin, wo die alte Adresse endgültig weg ist. Eine 302 (oder 307) passt nur, wenn der Umzug vorübergehend ist und die alte Adresse in der Suche bleiben soll. Google wertet die dauerhafte Weiterleitung als starkes Signal, das Ziel zu verarbeiten, die vorläufige als schwaches. Standardmäßig folgt Google bis zu zehn Schritten; schicke trotzdem jede alte Adresse in einem Schritt zum endgültigen Ziel.
301-Weiterleitung oder 302: Was ist der Unterschied?
Eine Weiterleitung ist eine Antwort deines Servers, die sagt „hier nicht, geh dorthin“ und die neue Adresse im Header Location nennt. Der Statuscode liefert den Grund. Im HTTP-Standard (RFC 9110) heißt 301: Die Seite hat eine neue, dauerhafte Adresse. 302 heißt: Sie liegt nur vorübergehend woanders, der Client soll die ursprüngliche Adresse weiter benutzen. Google liest den Unterschied genauso und handelt danach:
| Code | Bedeutung | Was Google tut |
|---|---|---|
| 301 | Dauerhaft verschoben | Folgt ihr; starkes Signal, dass das Ziel verarbeitet werden soll |
| 308 | Permanente Weiterleitung | Wie 301 |
| 302 | Gefunden (vorläufig) | Folgt ihr; schwaches Signal, dass das Ziel verarbeitet werden soll |
| 307 | Vorläufige Weiterleitung | Wie 302 |
Die Tabelle stammt aus Googles Seite zu HTTP-Statuscodes (zuletzt aktualisiert 2026-02-04). Was das in der Suche heißt, steht auf Googles Seite zu Weiterleitungen (zuletzt aktualisiert 2026-04-14): Bei dauerhaften Weiterleitungen zeigt Google das neue Ziel in den Ergebnissen, bei vorläufigen die Ausgangsseite. Die hier verlinkten Google-Seiten haben wir am 4. November 2026 gelesen.
Wozu gibt es 307 und 308? Google behandelt sie wie 302 und 301, weist aber darauf hin, dass sie semantisch verschieden sind. Nimm also den Code, der zur Sache passt. Der Unterschied liegt in der Anfragemethode: Nach einer 301 oder 302 darf ein Client aus einem POST ein GET machen, nach einer 307 oder 308 muss er die Methode behalten (RFC 9110, Abschnitt 15.4). Beim normalen Aufruf einer Seite merkst du davon nichts. Bei Formularen und Schnittstellen, die POST empfangen, nimmst du 308 oder 307.
Welche Weiterleitung passt wann?
Eine Frage entscheidet die meisten Fälle: Kommt die alte Adresse jemals zurück? Googles Seite zu Weiterleitungen sagt: „Use permanent redirects when you're sure that the redirect won't be reverted.“ Kommt sie nie zurück, nimm 301. Kommt sie zurück, nimm 302.
| Lage | Nimm | Anmerkung |
|---|---|---|
| Eine Seite hat eine neue Adresse (neuer Slug, neuer Ordner) | 301 oder 308 | Das neue Ziel erscheint in der Suche |
| Zwei Seiten wurden zu einer zusammengelegt | 301 von jeder alten Adresse auf die zusammengelegte Seite | Googles Umzugsleitfaden erlaubt das für zusammengeführte Inhalte |
| http auf https, www auf ohne www (oder umgekehrt) | 301 oder 308 | Google: eine bevorzugte Adresse wählen, die anderen dorthin weiterleiten |
| Ein Angebot ist eine Weile nicht verfügbar, Besucher sehen eine Erklärseite | 302 oder 307 | Die alte Adresse bleibt in der Suche |
| Die Seite ist weg, nichts ersetzt sie | Keine Weiterleitung: 404 oder 410 | Siehe Seite aus Google entfernen |
| Viele alte Adressen auf die Startseite | Lass es | Google: kann als Soft-404 behandelt werden |
Die letzte Zeile steht in Googles Leitfaden zum Umzug (zuletzt aktualisiert 2026-08-20). Wie du solche Fälle findest, zeigt unser Artikel zu Soft-404-Fehlern. Der Leitfaden behandelt den Umzug einer ganzen Website auf eine neue Domain, und das ist eine größere Aufgabe, als dieser Artikel abdeckt.
Was kostet die falsche Wahl? Eine 302 auf eine Seite, die endgültig umgezogen ist, sagt Google etwas Unwahres. Eine vorläufige Weiterleitung lässt die Ausgangsseite in den Ergebnissen, und laut Google „might still be indexed“ auch das Ziel, „if other canonicalization signals are present“. Das ist ein Vielleicht. Eine Google-Seite, die zusagt, dass aus einer lange bestehenden 302 später eine 301 wird, haben wir nicht gefunden. Warte also nicht darauf.
Wie vielen Weiterleitungen folgt Google?
Googles Seite zu Statuscodes sagt: „By default, Google's crawlers follow up to 10 redirect hops.“ Googlebot folgt beim Crawlen von Webinhalten in der Regel zehn Schritten, andere Google-Produkte können andere Grenzen haben. Was die weiterleitende Adresse selbst ausliefert, wird ignoriert; verarbeitet wird der Inhalt des endgültigen Ziels.
Zehn ist eine Obergrenze, kein Richtwert. Der Umzugsleitfaden rät, direkt auf das endgültige Ziel weiterzuleiten, und wenn das nicht geht, die Kette kurz zu halten, möglichst höchstens drei und unter fünf Schritten. Sein Grund: „Chaining redirects adds latency for users, and not all user agents and browsers support long redirect chains.“ Googles Seite zu Crawling-Fehlern (zuletzt aktualisiert 2025-12-18) ergänzt, dass lange Ketten das Crawlen beeinträchtigen.
Ketten entstehen schichtweise, nicht aus Absicht. So sieht eine typische aus, mit drei Schritten bis zur Seite:
http://example.com/alter-ratgeber 301 -> https://example.com/alter-ratgeber
https://example.com/alter-ratgeber 301 -> https://www.example.com/alter-ratgeber
https://www.example.com/alter-ratgeber 301 -> https://www.example.com/neuer-ratgeber
https://www.example.com/neuer-ratgeber 200
Die Lösung ist ein Schritt je alter Adresse: Jede Schreibweise der alten Adresse antwortet mit einer 301, die gleich die endgültige Adresse nennt. Dasselbe gilt für deine eigenen Links. Setze interne Links, Canonical-Angaben und Sitemap-Einträge auf die endgültige Adresse. Eine Weiterleitung ist für Besucher von außen und alte Lesezeichen da, nicht für deine eigene Navigation.
So richtest du eine 301-Weiterleitung ein
Nimm eine Weiterleitung auf dem Server. Googles Seite zu Weiterleitungen führt sie als die Art, die Google am ehesten richtig deutet. Die Beispiele für nginx und Node haben wir am 4. November 2026 ausgeführt (nginx 1.24.0, Node 25.9.0) und die Antworten mit curl gelesen. Die Zeilen für Apache sind Googles eigenes Beispiel; Apache haben wir nicht ausgeführt.
Zuerst nginx. Die location-Regel gehört in den Server-Block von https://example.com. Die beiden Server-Blöcke schicken jede andere Schreibweise in einem Schritt dorthin, und $request_uri behält Pfad und Parameter:
# eine Seite endgültig umgezogen (für einen vorläufigen Umzug 302 nehmen)
location = /alter-ratgeber {
return 301 https://example.com/neuer-ratgeber;
}
# http:// und https://www. gehen beide auf https://example.com
server {
listen 80;
server_name example.com www.example.com;
return 301 https://example.com$request_uri;
}
server {
listen 443 ssl;
server_name www.example.com;
ssl_certificate /etc/ssl/example.com.pem;
ssl_certificate_key /etc/ssl/example.com.key;
return 301 https://example.com$request_uri;
}
Apache aus Googles Seite, in der Serverkonfiguration oder in der .htaccess:
Redirect permanent "/alt" "https://example.com/neu"
Redirect temp "/zwei-alt" "https://example.com/zwei-neu"
Node ohne Pakete. Nimm 308 statt 301, wenn POST-Anfragen POST bleiben sollen:
import http from 'node:http';
const umgezogen = new Map([['/alter-ratgeber', '/neuer-ratgeber']]); // alter Pfad -> neuer Pfad
http.createServer((req, res) => {
const { pathname, search } = new URL(req.url, 'http://localhost');
const ziel = umgezogen.get(pathname);
if (ziel) {
res.writeHead(301, { location: `https://example.com${ziel}${search}` });
return res.end();
}
res.writeHead(200, { 'content-type': 'text/plain' });
res.end('ok');
}).listen(3000);
Wie es in WordPress oder einem anderen CMS geht, steht in dessen Hilfe oder bei deinem Hoster. Google nennt Blogger und Shopify als Plattformen, die Weiterleitungen schon eingebaut haben können. Außerdem liest Google ein Meta-Refresh (0 Sekunden gilt als dauerhaft, eine Verzögerung als vorläufig) und JavaScript-Weiterleitungen, aber nur als Notlösung. Bei JavaScript sieht Google sie laut seiner Seite womöglich nie („might never see it“), wenn das Rendern scheitert.
So prüfst du Weiterleitungen, und was SEOgrinder findet
Zwei curl-Befehle reichen. Der erste zeigt jeden Schritt mit Status und Ziel, der zweite die Anzahl und die Endadresse. Beide nutzen GET statt HEAD, weil manche Server auf HEAD anders antworten:
curl -s -L -o /dev/null -D - http://example.com/alter-ratgeber | grep -i -E "^(HTTP|location)"
curl -s -L -o /dev/null -w "%{num_redirects} Weiterleitungen, Ziel: %{url_effective}\n" http://example.com/alter-ratgeber
Rufe sie für jede Schreibweise auf, unter der dich Menschen und Links erreichen: http und https, mit und ohne www. Gewünscht ist eine 301 und danach eine 200.
SEOgrinder ist unser Werkzeug, wir bauen es. Der kostenlose Scan in SEOgrinder schaut an drei Stellen auf Weiterleitungen (Namen wie in der deutschen Oberfläche):
- Reiter „Technik & Sicherheit“, Karte „Weiterleitungen“. Sie listet die Schritte der Adresse, die du geprüft hast. Leitet diese Adresse mehr als einmal weiter, zeigt die Aufgabe „N Weiterleitungen hintereinander“ die Schritte und rät, die erste URL direkt auf das Endziel zeigen zu lassen.
- Derselbe Reiter, Karte „Domain-Vereinheitlichung“. Sie erwartet, dass http und https, mit und ohne www, auf einer Adresse enden. Die Aufgabe „N konkurrierende Fassungen der Website“ erscheint, wenn nicht. „Weiterleitung der Domain nur vorläufig“ erscheint, wenn eine Schreibweise mit 302, 303 oder 307 weiterleitet.
- Reiter „Seite bei Google“. Die Aufgabe „N interne Links laufen über einen Umweg“ nennt interne Links, deren Ziel weiterleitet oder per canonical auf eine andere Seite verweist (bis zu 60 interne Links der geprüften Seite).
Zwei Grenzen. Die Ketten-Prüfung betrifft die Adresse, die du geprüft hast, und die Schreibweisen deiner Domain, nicht jede alte Adresse deiner Website; teste alte Adressen deshalb mit curl. Und SEOgrinder kann nicht beurteilen, ob ein Ziel ein passender Nachfolger ist oder wie Google eine Weiterleitung eingeordnet hat. „An KI übergeben“ macht aus einer Aufgabe ein Briefing für einen Coding-Agenten, und „Neu prüfen“ startet nach deiner Änderung einen frischen Scan.
Häufige Fehler
- Eine 302 für einen dauerhaften Umzug. Die alte Adresse kann in den Ergebnissen bleiben. Nimm 301 oder 308.
- Eine 301 für etwas Vorübergehendes. Ein Shop, der eine Woche geschlossen ist, braucht eine 302.
- Regeln, die sich zu Ketten stapeln. Erst http, dann https, dann www, dann die neue Seite: drei Schritte. Nenne in jeder Regel gleich die endgültige Adresse.
- Alles auf die Startseite schicken. Leite auf eine gleichwertige Seite oder antworte mit 404 oder 410.
- Eigene Links, die noch die alte Adresse nutzen. Passe interne Links, Canonicals und Sitemap an.
- Die alte Adresse in der robots.txt sperren. Google kann sie dann nicht abrufen und sieht die Weiterleitung nie. Im Google-Beitrag Do 404s hurt my site? von 2011 muss der Crawler die URL crawlen können („it has to be able to crawl that URL“), um die Antwort zu sehen.
- Die Weiterleitung zu früh abbauen. Für Umzüge schreibt Google: „Keep the redirects for as long as possible, generally at least 1 year.“ Das auf eine einzelne Seite zu übertragen, ist unsere Lesart.
Häufige Fragen
Schadet eine 301-Weiterleitung dem SEO?
Googles Umzugsleitfaden sagt: „301 and other permanent redirects don't cause a loss in PageRank.“ Der Satz steht im Leitfaden für Umzüge; ihn auf eine einzelne Seite zu übertragen, ist unsere Lesart. Wovor Google dagegen warnt, sind lange Ketten, Weiterleitungen auf unpassende Seiten (Soft-404) und, während eines Umzugs, Schwankungen im Ranking, solange es neu crawlt.
Ist 308 besser als 301?
Für Google sind beide gleichwertig. Die 308 behält zusätzlich die Anfragemethode, was bei Formularen und Schnittstellen zählt. Für normale Seiten reicht eine 301.
Wie lange dauert es, bis Google die neue Adresse zeigt?
Für eine einzelne Seite nennt Google nach unserem Stand keine Zeit. Bei Umzügen schreibt es, dass es bei mittelgroßen Websites „a few weeks or more“ dauern kann, bis die neuen URLs die alten in den Ergebnissen nach und nach ablösen. Versprich kein Datum.
Dein nächster Schritt
Rufe den ersten curl-Befehl für deine alten Adressen und für jede Schreibweise deiner Domain auf. Braucht eine Anfrage mehr als einen Schritt, lass die erste Adresse direkt auf die endgültige zeigen. Danach scannst du deine Website mit SEOgrinder, öffnest den Reiter „Technik & Sicherheit“, schaust dir „Weiterleitungen“ und „Domain-Vereinheitlichung“ an und klickst nach deiner Änderung auf „Neu prüfen“. Mehr zu den technischen Grundlagen findest du in unserer SEO-Audit-Checkliste.