WordPress-SEO-Check: Was dein Plugin wirklich ausliefert

Von SEOgrinder · Veröffentlicht · 8 Min. Lesezeit

Kurzantwort: Ein WordPress-SEO-Check prüft nicht, was du im Plugin eingestellt hast, sondern was die Seite tatsächlich ausliefert, denn nur das bekommen Suchmaschinen zu sehen. Du rufst einen Beitrag ab und liest Titel, Meta-Beschreibung, Canonical, robots-Regeln, Sitemap und strukturierte Daten. Das gelingt mit vier curl-Zeilen oder mit dem kostenlosen Scan von SEOgrinder, ganz gleich, welches Plugin läuft. Eine saubere Seite beseitigt Hindernisse, ein Ranking verspricht sie nicht.

Was ist ein WordPress-SEO-Check, und warum liest du die Seite statt der Einstellungen?

Du hast im SEO-Plugin Titel, Beschreibungen und Regeln eingetragen. Ob davon etwas bei Google ankommt, entscheidet aber nicht der Bildschirm im Dashboard, sondern das HTML, das dein Server an einen Besucher oder Crawler schickt. Ein WordPress-SEO-Check ruft eine öffentliche Seite genau so ab und meldet, was darin steht: Titel, Beschreibung, Canonical-Adresse, robots-Regeln, Sitemap und strukturierte Daten.

Zwischen Einstellung und Seite liegen Theme, weitere Plugins, Zwischenspeicher und WordPress selbst. Jedes davon kann etwas ändern oder weglassen. Selbst Googles Hilfe zu Meta-Beschreibungen nennt WordPress unter den Systemen, bei denen man das HTML womöglich nicht direkt bearbeitet, sondern über eine Einstellungsseite arbeitet.

Hier steht, wie du das Ergebnis in wenigen Minuten liest, egal welches Plugin du nutzt, und was ein Blick von außen nicht beantwortet. SEOgrinder ist unser Werkzeug, wir bauen es. Ein eigenes WordPress-Plugin ist geplant, es gibt es noch nicht; für alles Folgende genügt das Web-Werkzeug.

So führst du den WordPress-SEO-Check aus: vier Zeilen oder ein Scan

Auf der Kommandozeile. Setze die Adresse eines deiner Beiträge ein. Die erste Zeile druckt jedes passende Tag: Titel, Beschreibung und Canonical sollten je einmal vorkommen (mehrere JSON-LD-Blöcke sind in Ordnung), und die erste Titelzeile gehört zur Seite. Die anderen drei zeigen den Header, die robots.txt und den Status der Sitemap, die WordPress selbst erzeugt.

curl -s https://example.com/mein-beitrag/ | grep -o -i -E '<title>[^<]*</title>|<meta[^>]*name=.(description|robots).[^>]*>|<link[^>]*rel=.canonical.[^>]*>|<script[^>]*ld\+json[^>]*>'
curl -sI https://example.com/mein-beitrag/ | grep -i x-robots-tag
curl -s https://example.com/robots.txt
curl -s -o /dev/null -w "%{http_code}\n" https://example.com/wp-sitemap.xml

Mit SEOgrinder. Kostenlos, ohne Konto:

  1. Öffne SEOgrinder, gib die Adresse eines öffentlichen Beitrags oder einer Seite ein und starte die Analyse.
  2. Im Reiter Aufgaben stehen die Funde, nach Wirkung sortiert, etwa „Keine Meta-Beschreibung“, „Kein Canonical-Tag“, „2 verschiedene Canonical-Tags“, „Seite ist von Google ausgeschlossen“, „robots.txt blockiert diese URL“, „Keine Sitemap gefunden“ oder „Keine strukturierten Daten“.
  3. Der Reiter Seite bei Google zeigt, was gefunden wurde, nicht nur, was fehlerhaft ist. Titel & Beschreibung gibt den Text beider Tags wieder. Indexierung sagt, ob die Seite indexiert werden kann, welchen HTTP-Status sie hat, ob die robots.txt sie erlaubt und ob sie in der Sitemap steht. Canonical nennt die Adresse und ob sie „Zeigt auf sich selbst“. Strukturierte Daten listet die Typen und die Zahl der JSON-LD-Blöcke.
  4. Hast du in WordPress etwas geändert, leere den Seiten-Cache und drücke Neu prüfen. Berichte werden bis zu 24 Stunden zwischengespeichert.

SEOgrinder sieht, was jeder Besucher sieht. Es meldet sich nicht in WordPress an, kennt deine Einstellungen nicht und sagt nicht, welches Plugin ein Tag geschrieben hat.

Die sechs Dinge, die du bei einem WordPress-SEO-Check liest

Nimm einen Beitrag, nicht nur die Startseite, und gehe die Punkte der Reihe nach durch.

1. Titel

Gesucht ist genau ein <title>, das zu dieser Seite passt. Googles Seite zu Titellinks rät, „repeated or boilerplate text“ zu vermeiden, also Textbausteine, die auf jeder Seite gleich sind. Arbeitet dein Plugin mit einer Titelvorlage, sieh dir das Ergebnis bei einem Beitrag, einer Seite und der Blog-Übersicht an.

2. Meta-Beschreibung

Das <meta name="description"> ist für Google freiwillig: Google „will sometimes use“ es für das Snippet, nämlich dann, wenn es die Seite besser beschreibt als ihr Text (Snippet-Dokumentation). Dieselbe Seite hält fest: „Identical or similar descriptions on every page of a site aren't helpful when individual pages appear in search results.“ Hast du im Plugin Beschreibungen geschrieben und im HTML taucht keine auf, hat sie unterwegs etwas verschluckt.

3. Canonical

Gesucht ist genau ein <link rel="canonical"> mit vollständiger https-Adresse, die bei einer normalen Seite auf die Seite selbst zeigt. Googles Seite zu Canonical-Angaben empfiehlt ein selbstbezogenes Canonical auf der kanonischen Seite und absolute statt relativer Adressen. Nennt die Seite zwei verschiedene Adressen, widersprechen sie sich, und irgendetwas schreibt ein zweites Tag. Finde heraus, was.

4. robots-Regeln

Regeln gibt es an drei Orten: im robots-Meta-Tag des HTML, im Antwort-Header X-Robots-Tag (er fehlt im Quelltext immer) und in der /robots.txt. Gesucht ist ein noindex auf jeder Seite, die auffindbar sein soll.

Der Klassiker bei WordPress ist das Kästchen „Discourage search engines from indexing this site“ (so der Wortlaut der englischen Dokumentation) unter Einstellungen, Lesen. Laut Dokumentation (zuletzt aktualisiert am 8. Juni 2024) schreibt es <meta name='robots' content='noindex,nofollow' /> in den Kopf, „if wp_head is used“, und es sei „up to search engines to honor your request“. Die Ankündigung der Core-Sitemaps ergänzt, dass mit dieser Einstellung auch die Sitemaps abgeschaltet sind. Ein Kästchen, zwei Folgen, beide im Ergebnis sichtbar.

Ein robots-Tag allein ist noch kein Alarm. Am 4. November 2026 haben wir den Befehl oben gegen https://wordpress.org/news/ laufen lassen: Das einzige robots-Tag war dort <meta name='robots' content='max-image-preview:large' />, ohne noindex. Widersprechen sich Regeln, nimmt Google die strengere: „the more restrictive rule applies“ (robots-Meta-Tag). Ein vergessenes noindex sticht also jede Einstellung des Plugins.

Bei der robots.txt zählt die Datei, nicht die Einstellung. WordPress kann sie erzeugen (do_robots(): „Displays the default robots.txt file content“), und Code darf sie über den Filter robots_txt umschreiben (Funktion, Filter).

5. Sitemap

Gesucht ist eine Sitemap, die mit 200 antwortet, die gewünschten Seiten nennt und in der robots.txt per Zeile Sitemap: angekündigt wird. WordPress selbst nutzt /wp-sitemap.xml; ein Plugin kann eine andere Adresse haben, folge deshalb der Zeile in der robots.txt. Eine Sitemap ist kein Versprechen: Laut Google „doesn't guarantee that all the items in your sitemap will be crawled and indexed“ (Sitemap-Übersicht).

6. Strukturierte Daten

Gesucht sind Blöcke <script type="application/ld+json">, die sich lesen lassen und deren Typen zur Seite passen. Google empfiehlt JSON-LD, sofern dein Aufbau es zulässt (Einführung in strukturierte Daten). Fehlerhafte Auszeichnung wird ignoriert; dass sie da ist, beweist also wenig.

Wenn die Seite abweicht: Wer hat ins HTML geschrieben?

Vier Stellen können dieselben Tags berühren. Deshalb verrät dir ein Blick in die Einstellungen nie das Ergebnis.

  • WordPress selbst. Der Kern schreibt manche Tags ohne Plugin. Die Funktion rel_canonical() ist beschrieben als „Outputs rel=canonical for singular queries“ (developer.wordpress.org), gilt also für einzelne Inhalte wie Beiträge und Seiten, nicht für Archive. Seit Version 5.5 bietet der Kern außerdem einen Sitemap-Index unter /wp-sitemap.xml an und verweist in der robots.txt darauf (Ankündigung des Core-Teams vom 22. Juli 2020).
  • Plugins und Themes über Filter. Zu wp_get_document_title() nennt die Dokumentation vier Filter, die den Titel ändern; der Filter wp_robots leistet dasselbe für das robots-Meta-Tag (Titel, robots). Plugins und Themes können sie einsetzen.
  • Das Theme. Tags im Kopf werden über den Hook wp_head ausgegeben. Die Dokumentation schreibt, dies hänge zwar vom Theme ab, der Hook werde aber breit unterstützt. Unsere Lesart: Ein Theme, das ihn nie aufruft, gibt nichts aus, was daran hängt.
  • Zwischenspeicher. Ein Seiten-Cache oder ein CDN kann eine ältere Kopie des HTML ausliefern, als deine Einstellungen heute erzeugen würden.

Was die Plugin-Seiten sagen und was nur die Seite bestätigt

Auf wordpress.org beschreiben die großen SEO-Plugins ihre Aufgaben selbst. Yoast SEO führt „Canonical URLs to prevent duplicate content issues“ und „Advanced XML sitemaps for clear site indexing“ auf (Plugin-Seite). Rank Math nennt „16+ Schema types to add rich results in a few clicks“ (Plugin-Seite). All in One SEO schreibt „automatic canonical URLs and per-post canonical tags to prevent duplicate content“ (Plugin-Seite). Alle drei tragen die Schlagwörter schema, seo und xml sitemap (geprüft am 4. November 2026).

Solche Sätze sagen, welche Aufgaben ein Plugin anbietet. Was deine Seite heute enthält, sagen sie nicht, denn das hängt von deinen Einstellungen, deinem Theme, weiteren Plugins und Zwischenspeichern ab. Wir haben diese Plugins nicht getestet und stellen sie nicht gegeneinander; nichts hier besagt, das eine erzeuge besseres HTML als das andere. Beleg ist allein die Seite.

Was ein Check von außen nicht beantwortet

  • Ob Google die Seite indexiert hat. Der Scan zeigt, was dein Server jetzt liefert. Googles URL-Prüfung „provides information about Google's indexed version of a specific page“, und dieselbe Hilfeseite warnt: „Your page may have changed or become unavailable since Google last saw it.“
  • Wer ein Tag geschrieben hat. Du siehst das Tag, aber nicht, ob Kern, Theme oder Plugin es ausgegeben hat. Unser Rat: Schalte die Verdächtigen auf einer Kopie der Website einzeln ab.
  • Rankings. Kein Check kann eine Platzierung zusagen.
  • Alles hinter einem Login. SEOgrinder prüft nur öffentliche Seiten.

Häufige Fehler

  • Nach dem Dashboard urteilen. Es zeigt, was du eingetragen hast, nicht, was angekommen ist.
  • Nur die Startseite ansehen. Beiträge, Seiten, Archive und Kategorien stammen aus verschiedenen Vorlagen, und die Canonical-Funktion des Kerns läuft nur bei Einzelseiten. Lies einen Beitrag, eine Seite, die Blog-Übersicht und eine Kategorie.
  • Nach dem Start „Suchmaschinen abhalten“ angekreuzt lassen. Laut Dokumentation schreibt das Kästchen ein noindex-Tag, und laut Ankündigung des Kerns schaltet es die Sitemaps des Kerns ab.
  • Zwei Schreiber für ein Tag. Ein zweites Plugin oder das Theme setzt ein weiteres Canonical. SEOgrinder meldet Seiten, die mehr als eine verschiedene Adresse nennen.
  • Eine alte Kopie lesen. Leere nach jeder Änderung den Cache und nutze in SEOgrinder Neu prüfen.
  • „Das Tag ist da“ mit „das Tag stimmt“ verwechseln. Ein Canonical kann auf eine Seite zeigen, die nicht antwortet („Canonical zeigt auf eine nicht erreichbare Seite“), und eine Sitemap kann Adressen nennen, die weiterleiten.

Häufige Fragen

Brauche ich ein weiteres Plugin für einen WordPress-SEO-Check?

Nein. Ein Check von außen installiert nichts. Für die curl-Zeilen genügt ein Terminal, für SEOgrinder die Adresse.

Spielt es eine Rolle, ob ich Yoast, Rank Math oder All in One SEO nutze?

Für den Check nicht. Er liest die ausgelieferte Seite und fragt nicht, welches Plugin sie geschrieben hat. Was ein Plugin kann, steht auf seiner eigenen wordpress.org-Seite; was deine Seite enthält, zeigt nur die Seite.

Warum fehlt meine Meta-Beschreibung, obwohl ich sie im Plugin geschrieben habe?

Wir sehen deine Website nicht, daher sind das Ursachen zum Ausschließen, keine Diagnose: eine alte Cache-Kopie; ein Theme, das wp_head nicht aufruft; eine Beschreibung für eine andere Art von Seite als die geprüfte; ein anderes Plugin oder das Theme, das sie überschreibt.

Dein nächster Schritt

Nimm einen Beitrag deiner Website und führe die vier Zeilen oder den kostenlosen Scan von SEOgrinder aus. Behebe zuerst das Tag, das von deiner Absicht abweicht, leere den Cache und drücke Neu prüfen. Die breitere Liste der Prüfungen steht in unserer SEO-Audit-Checkliste; fehlt eine Seite bei Google, lies warum deine Website bei Google nicht erscheint.

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