Bestraft Google KI-Texte? Was die Spam-Richtlinien wirklich sagen

Von SEOgrinder · Veröffentlicht · 8 Min. Lesezeit

Kurzantwort: Google bestraft KI-Texte nicht allein deshalb, weil ein Programm sie geschrieben hat: Der angemessene Einsatz von KI verstößt laut Google nicht gegen die Richtlinien. Die Spam-Richtlinie trifft Seiten, die vor allem dazu dienen, Suchergebnisse zu manipulieren, egal wie sie entstehen. Als Beispiel nennt sie viele mit KI-Werkzeugen erzeugte Seiten ohne Mehrwert für Nutzer. Entscheidend sind Zweck und Nutzen für die Leser, nicht das Werkzeug.

Die Google-Seiten, die wir unten zitieren, haben wir am 4. November 2026 gelesen. Wo ein Satz unsere Einschätzung ist und nicht Googles, sagen wir es dazu.

Sind KI-Texte nach Googles Regeln verboten?

Nein. Google antwortet im Beitrag mit FAQ zu KI-generierten Inhalten vom Februar 2023: „Appropriate use of AI or automation is not against our guidelines.“ Der angemessene Einsatz von KI oder Automatisierung verstößt also nicht gegen die Richtlinien. Was „angemessen“ heißt, steht im nächsten Satz: Die KI dient nicht dazu, Inhalte vor allem zu erzeugen, um Suchergebnisse zu manipulieren. Das verstößt gegen die Spam-Richtlinien.

Dieselben FAQ beantworten, ob KI-Texte gut ranken: „Using AI doesn't give content any special gains. It's just content.“ KI verschafft einem Text also weder Vor- noch Nachteile. Ist er nützlich, hilfreich und originell, kann er in der Suche gut abschneiden, sonst vielleicht nicht. Google zieht einen Vergleich: Schon vor etwa zehn Jahren gab es Sorgen über massenhaft produzierte Texte von Menschen. Damals habe man die Systeme verbessert, um Qualität zu belohnen, statt eine Art von Autoren zu verbieten.

Im März 2024 kam eine neue Richtlinie dazu. Im Beitrag zum Core Update und zu den neuen Spam-Richtlinien stellt Google sich die Frage, ob das ändert, wie es KI-Inhalte in Bezug auf Spam sieht. Die Antwort: Die langjährige Linie lautet, dass Automatisierung, auch generative KI, Spam ist, wenn ihr Hauptzweck die Manipulation des Rankings ist. Die neue Fassung sei „in the same spirit of our previous policy“. Neu ist die Erweiterung auf anspruchsvollere Methoden der massenhaften Inhaltserstellung, bei denen nicht immer klar ist, ob minderwertige Inhalte rein automatisch entstanden sind.

Was sagt die Spam-Richtlinie zu KI-Texten?

Die Regel steht in den Spam-Richtlinien. Google nennt sie „Missbrauch mit massenhaft generierten Inhalten“ in der deutschen Fassung seiner Seiten, im englischen Original „scaled content abuse“: „Scaled content abuse is when many pages are generated for the primary purpose of manipulating search rankings and not helping users.“ Gemeint sind typischerweise große Mengen unoriginaler Inhalte mit kaum Nutzen für Besucher, „no matter how it's created“, also unabhängig davon, wie sie entstehen. Beispiele aus der Richtlinie:

  • viele Seiten mit generativen KI-Werkzeugen oder ähnlichen Werkzeugen erzeugen, ohne Nutzern Mehrwert zu bieten
  • Feeds, Suchergebnisse oder andere Inhalte abgreifen, um viele Seiten zu erzeugen, auch mit automatischen Umformungen wie Synonymen oder Übersetzen, wenn Nutzern kaum Wert geboten wird
  • Inhalte verschiedener Seiten ohne Mehrwert zusammenstückeln
  • mehrere Websites anlegen, um den massenhaften Charakter der Inhalte zu verbergen
  • viele Seiten erzeugen, deren Text für Leser kaum Sinn ergibt, aber Suchbegriffe enthält

Aus dem Wortlaut folgen drei Dinge. Erstens zählt der Hauptzweck: Rankings manipulieren, statt Menschen zu helfen. Zweitens richtet sich die Regel nicht gegen Maschinen. Im Beitrag vom März 2024 steht, Google könne eingreifen „no matter whether content is produced through automation, human efforts, or some combination of human and automated processes“, egal also, ob Automatisierung, Menschen oder beides die Inhalte erzeugen. Auch eine Content-Farm mit menschlichen Autoren fällt darunter. Drittens sagt die Definition „many pages“, nennt aber keine Zahl, und die Richtlinie nennt auch keinen Anteil KI-geschriebenen Textes.

Was passiert, wenn eine Website gegen die Regel verstößt?

Die Spam-Richtlinie nennt die Folge ohne Umschweife: „Sites that violate our policies may rank lower in results or not appear in results at all.“ Betroffene Websites können also schlechter platziert werden oder ganz aus den Ergebnissen fallen. Google erkennt Verstöße mit automatisierten Systemen und bei Bedarf durch Menschen, daraus kann eine manuelle Maßnahme folgen. In den FAQ nennt Google ein System: SpamBrain analysiere Muster und Signale, um Spam zu erkennen, „however it is produced“, wie auch immer er entsteht.

Eine manuelle Maßnahme ist der eine Fall, den du siehst. Laut der Hilfeseite zum Bericht „Manuelle Maßnahmen“ benachrichtigt Google dich in diesem Bericht und im Message Center der Search Console. Die dort aufgeführte Maßnahme „Erhebliche Probleme mit Spam“ („Major spam problems“) nennt den Missbrauch mit massenhaft generierten Inhalten neben Cloaking als Beispiele für aggressive Spam-Techniken. Der Weg zurück beginnt mit: „Fix the issue on all affected pages“, das Problem muss also auf allen betroffenen Seiten behoben sein. Dann beantragst du eine Überprüfung und nennst Beispiele für die entfernten schlechten und die ergänzten guten Inhalte. Eine Überprüfung kann laut Google mehrere Tage oder Wochen dauern.

Ist der Bericht leer und der Verkehr trotzdem eingebrochen, geben die Seiten, die wir gelesen haben, keinen Test an die Hand, der eine Abwertung durch Spam-Systeme belegt. Die Seite zu hilfreichen Inhalten empfiehlt stattdessen eine Analyse: Schau, welche Seiten bei welchen Suchanfragen verloren haben, und halte sie gegen die Fragen aus dem nächsten Abschnitt.

Für schwache Seiten, die du schon hast, sagt die Spam-Richtlinie „exclude it from Search“ und verlinkt auf Googles Seite dazu, was du mit der Google-Suche teilst. Dort steht, dass das Indexieren minderwertiger Inhalte „may have a negative effect on your site's ranking“. Die Inhalte zu entfernen sei der beste Weg, sie aus der Suche herauszuhalten; die noindex-Regel steht unter den weiteren Möglichkeiten. Unsere Einschätzung: Entscheide Seite für Seite, ob du sie verbesserst, entfernst oder ausschließt.

Wie viele KI-Texte sind zu viele?

Google nennt keine Zahl. In den Google-Seiten, die wir für diesen Artikel gelesen haben (Spam-Richtlinie, Seite zu hilfreichen Inhalten, Hinweise zu generativer KI, Beitrag von 2023, Beitrag von 2024, Bericht „Manuelle Maßnahmen“ und die Seite zum Steuern der geteilten Inhalte), steht kein Prozentwert und kein Anteil KI-geschriebenen Textes. Eine Regel der Form „bis zu X Prozent KI sind sicher“ stammt nicht von Google.

Statt einer Zahl gibt Google Fragen. Die Seite zu hilfreichen Inhalten listet Warnzeichen auf. Wer einige davon oder alle mit Ja beantwortet, sollte laut Google überdenken, wie er Inhalte erstellt („a warning sign that you should reevaluate how you're creating content“). Drei davon:

  • „Are you using extensive automation to produce content on many topics?“
  • „Are you producing lots of content on many different topics in hopes that some of it might perform well in search results?“
  • „Are you mainly summarizing what others have to say without adding much value?“

Die Gegenseite sind Fragen wie „Does the content provide original information, reporting, research, or analysis?“ und „Does the content provide substantial value when compared to other pages in search results?“ Außerdem fragt Google, ob du auf eine bestimmte Wortzahl hin schreibst, weil du gehört hast, Google bevorzuge eine. Die Antwort in Klammern: „No, we don't.“

Dieselbe Seite beschreibt, wie Qualitätsprüfer (Search Quality Rater) den Hauptinhalt beurteilen. Ein Kriterium ist der Aufwand, und „using generative AI to produce large amounts of text without manual oversight or curation represents little to no effort“. Dazu sagt Google: Die Daten der Prüfer würden „not used directly in our ranking algorithms“. Die Prüfer helfen Google zu erkennen, ob die Systeme gut arbeiten. Unsere Einschätzung: Der Satz zeigt, was Google für schwachen Inhalt hält, nicht, wie eine einzelne Seite bewertet wird.

Was verlangt Google, bevor du KI-Texte veröffentlichst?

Googles Hinweise zu generativer KI nennen eine Verwendung, die Google gutheißt: „Generative AI can be particularly useful when researching a topic, and to add structure to original content.“ Sie verlangen aber auch Arbeit: „It is critical to manually factcheck and review all AI-generated content for accuracy and trustworthiness before publishing.“ Die Prüfung gilt ausdrücklich auch für Metadaten, also Titel-Elemente, Meta-Beschreibungen, strukturierte Daten und Alt-Texte, weil sie in den Suchergebnissen erscheinen können.

Zwei weitere Punkte betreffen Menschen. Google empfiehlt zutreffende Autorenzeilen, wo Leser sie erwarten, und warnt vor Täuschung: KI-generierte Porträtfotos, erfundene Namen oder falsche Qualifikationen, die Inhalte wie von menschlichen Experten erscheinen lassen, sind „a form of deception“. Zur Kennzeichnung formuliert Google eine Empfehlung, keine Pflicht: „consider adding information on how your content was created in a way that makes sense for your audience“. Laut den FAQ sind Hinweise auf KI oder Automatisierung dort sinnvoll, wo jemand fragen könnte, wie der Inhalt entstanden ist.

Was SEOgrinder prüft und was nicht

SEOgrinder ist unser Werkzeug, wir bauen es. Ob ein Text von einer KI stammt, prüft es nicht, eine solche Prüfung gibt es darin nicht. Es zeigt aber die Signale, auf die Googles Fragen zielen:

  • Kein Autor genannt und Kein Datum auf der Seite erscheinen bei redaktionellen Seiten: der fehlende Autor als Hinweis unter „Zur Kenntnis“, das fehlende Datum als Aufgabe. Sie gelten, wenn die Seite keinen Autor nennt oder weder ein Veröffentlichungs- noch ein Änderungsdatum zeigt.
  • Der Website-Durchlauf listet Dünne Seiten: Artikel und, mit Search-Console-Daten, Seiten, die schon Impressionen haben, mit unter 300 Wörtern im Hauptinhalt. Die 300 sind SEOgrinders eigene Schwelle. Google nennt keine Wortzahl.
  • Derselbe Durchlauf meldet Seitenpaare, die nahezu identisch sind, ab 80 % Überschneidung, verglichen über Fünf-Wort-Folgen.

Ob deine Website eine manuelle Maßnahme hat, weiß SEOgrinder nicht. Das zeigt der Bericht „Manuelle Maßnahmen“ in der Search Console. Platzierungen misst SEOgrinder ebenfalls nicht und verspricht auch keine.

Häufige Fehler

  • „Nicht verboten“ mit „bei jeder Menge sicher“ verwechseln. Die Richtlinie dreht sich um viele Seiten ohne Mehrwert.
  • KI-Ausgaben ungelesen veröffentlichen. Google nennt die Prüfung „critical“, sie schließt Titel, Beschreibungen und Alt-Texte ein.
  • Nach einem Prozentwert suchen. In keiner der gelesenen Seiten steht einer.
  • Einen Autor erfinden. Erfundene Namen und Porträtfotos nennt Google Täuschung.
  • Die Richtlinien der Qualitätsprüfer für eine Ranking-Formel halten. Laut Google fließen die Daten der Prüfer nicht direkt ins Ranking ein.
  • Die 300 Wörter von SEOgrinder für Googles Grenze halten. Sie sind ein Hinweis, genauer hinzusehen, keine Regel.

Häufige Fragen

Erkennt Google, ob ein Text von einer KI stammt?

In den Seiten, die wir gelesen haben, sagt Google das nicht. Es sagt, seine Systeme analysierten Muster und Signale, um Spam zu erkennen, wie auch immer er entsteht. Die Richtlinie gilt, egal ob Automatisierung, Menschen oder beides die Inhalte erzeugen. Die Frage, die Google an eine Seite stellt, lautet deshalb: Wozu ist sie da, und was nützt sie?

Sind KI-Texte schlecht für SEO?

Nicht an sich. Laut Google verschafft KI Inhalten keine besonderen Vorteile, und nützliche, hilfreiche, originelle Inhalte können gut abschneiden. Schaden richten die Inhalte an, die Google als Spam oder als wertlos beschreibt: viele Seiten, die gemacht sind, um Rankings zu manipulieren.

Muss ich KI-Texte kennzeichnen?

In Googles Hinweisen zur Suche steht keine Pflicht. Google empfiehlt, einen Hinweis darauf zu erwägen, wie der Inhalt entstanden ist, wo Leser ihn vernünftigerweise erwarten. Für Online-Shops hat Google Merchant Center eigene Richtlinien für KI-generierte Inhalte.

Gilt die Richtlinie auch für Texte von Menschen?

Ja. Der Missbrauch mit massenhaft generierten Inhalten wird über Zweck und fehlenden Mehrwert definiert, „no matter how it's created“.

Dein nächster Schritt

Nimm deine fünf schwächsten Seiten und stelle jeder Googles Fragen: Bietet sie etwas, das Leser nicht bekommen, wenn sie andere Seiten zusammenfassen, und hat jemand die Fakten geprüft? Mach dann den kostenlosen Scan deiner Website in SEOgrinder, um zu sehen, welchen Seiten Autor oder Datum fehlen und welche dünn oder fast doppelt sind. Wie du KI in deinem Ablauf einsetzt, steht in SEO mit KI, und was Google sonst für gute Platzierungen empfiehlt, in Bei Google besser ranken.

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